Der SkF Wiesbaden in den Medien








21.10.2015

Spaß, Trubel und Begegnung
Ehrenamtliche Patenschaften für Familien mit Kindern

Katholische Pfarrei St. Bonifatius







DER SONNTAG
27.04.2014
mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers








DER BIEBRICHER
Januar 2014
mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers








DER SONNTAG
27/2012, 8. Juli 2012

Viel los im Johannesstift
Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst weihte den neuen Multifunktionsbau ein

Von Daniela Tratschitt

Das Johannesstift in Wiesbaden feierte ein Sommerfest und eine Einweihung. Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst war zu Gast und segnete das neue Multifunktionshaus an der Platter Straße in Wiesbaden. Damit geht eine lange Bauphase zu Ende.



Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst gab dem Johannesstift in Anwesenheit vieler Gäste seinen Segen. Foto: Daniela Tratschitt

Viele Gäste waren zu der Feierstunde eingeladen, darunter momentane und ehemalige Bewohner des Johannesstifts. Über den gelungenen Abschluss des über zehn Jahre dauernden Projekts freute sich auch Geschäftsführer Ralf Gisi. Sein Dank galt allen, die an dem Bau beteiligt waren und auch allen, die die lange Bautätigkeit zu ertragen hatten.

Von den anwesenden Politikern gab es zum Start die eine oder andere Geldspende, von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst den Segen. Das Haus solle zu einem beseelten Ort werden, „es solle der Seele eine Heimat geben". In seiner Rede stellte der Bischof die Fundamente in den Vordergrund: „Bei meiner Visitation im Bezirk Wiesbaden vor zwei Jahren konnte ich mir ein Bild über die professionelle und wertvolle Arbeit, die hier geleistet wird, machen. Sie geben den Jugendlichen durch ihre Arbeit ein festes Fundament." Und genau das brauchten sowohl Menschen als auch Häuser - verlässliche Fundamente. Glaube, Hoffnung und Liebe seien solche Grundlagen. Sie gäben Kraft, Not zu sehen und ihr etwas entgegenzusetzen, sagte der Bischof.

Das Johannesstift in Wiesbaden besteht seit 105 Jahren. Dort sollte gefährdeten Kindern und jungen Frauen eine Zufluchtsstätte geboten werden. Mit dem Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit mit hilfebedürftigen Mädchen und jungen Frauen bildet das Johannesstift seit vielen Jahren einen festen Bestandteil der erzieherischen und berufsbildenden Jugendhilfe in Wiesbaden und der Region.

Das Multifunktionshaus des Johannesstifts hat seinen Namen aufgrund der vielfältigen Nutzungsbestimmung bekommen. Es gibt dort unter anderem sechs Apartments für Jugendliche, darunter auch für junge Mütter. Desweiteren verfügt es eine Malerwerkstatt, eine Ausbildungs-Bäckerei mit angeschlossener Verkaufsstätte und ein Bistro. „Das neue Haus hat tragende Fundamente und ist nicht auf Sand gebaut", betonte Bischof Tebartz-van Elst in seiner Rede.

Informationen: www.johannesstift.de

Die Satz- bzw. Tippfehler der Originalfassung wurden behoben.
Mit freundlicher Genehmigung der Wochenzeitung 'DER SONNTAG'.








DER SONNTAG
45/2010, 7. Nov. 2010

Gaumenmassage statt Party
Neuer Familientreff des Sozialdienstes katholischer Frauen in Wiesbaden

Von Daniela Tratschitt

Wiesbaden. Die Atmosphäre ist entspannt und die Gespräche drehen sich um ein Thema: Kinder. Am großen Tisch im Familientreff des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Wiesbaden haben sich junge Mütter unter der Leitung der Mitarbeiterin Susanne Kaun zu ihrem wöchentlichen Frühstück getroffen.



Auch das Zähneputzen will gelernt sein. Dr. Andrea Städtler zeigt, wie es geht.
Foto: Daniela Tratschitt

Heute sind Anna, Franzi, Galina, Tammy und Vanessa mit ihren Babys da. Gleich kommt Dr. Andrea Städtler vom Arbeitskreis Jugendzahnpflege Wiesbaden, Rheingau, Taunus. Sie soll die jungen Mütter in Sachen Zahnpflege bei den Allerkleinsten aufklären - selbst, wenn noch gar keine Beißerchen zu sehen sind. „Ein bis zweimal im Monat haben wir ein thematisches Treffen, zu dem dann auch Referenten von außerhalb eingeladen werden", erklärt Regine Weidinger, Projektleiterin des FamilienTreffs in der Friedrichstraße. „Es gibt da oft eine hohe Hemmschwelle, zu anderen Institutionen zu gehen." Die meisten Mütter und jungen Familien kommen aber schon früh zum SkF - etwa zu Geburtshilfekursen. „Und wenn sie erst mal dabei sind und die Einrichtung kennen, kommen sie eher wieder", weiß Weidinger.

Genau das ist das Ziel des neugegründeten Familientreffs: Vätern, Müttern und Kindern in jeder Lebenslage und ohne große Hindernisse zu helfen. „Im vergangenen Jahr ist landesweit viel Bewegung in das Thema , Frühe Hilfe' gekommen. Und auch für uns wurde das immer wichtiger", berichtet Regine Weidinger Um die Finanzierung des neuen Projektes kümmert sich der SkF selbst. Allerdings hoffen die Organi­satorinnen auf Unterstützung von der Caritasstiftung Limburg und der Aktion Mensch. Und es war nahezu ein Segen, dass die verbands­eigenen Räume in der Friedrichstraße letztes Jahr frei wurden. Aus dem ehemaligen AnziehTreff wurde nach reiflicher Überlegung der neue Familientreff. Im Sommer wurde umgezogen und im August war die offizielle Eröffnung geplant. „Das sollte der damalige Stadtdekan Johannes zu Eltz machen. Dann wurde der Termin abgesagt und nun wird dies am 11. November der neue Stadtdekan für Wiesbaden, Wolfgang Rösch, übernehmen."

„Und wenn sie erst mal dabei sind und die Einrichtung kennen, kommen sie eher wieder." Regine Weidinger

Und dass, obwohl die Räume schon kräftig genutzt werden. Nicht nur von MoBiLe (Motiviert Babys in Liebe erziehen), wie der Treff junger Mütter eigentlich heißt. Sondern auch von einer Hebamme, die Geburts­hilfe- und Rückbildungskurse gibt, oder der Gruppe für Alleiner­ziehende. Außerdem wird es weitere Angebote geben. Weidinger: „Ich leite zum Beispiel einen ElternTreff für junge Familien. Zusätzlich finden hier immerwieder Sprechstunden und Beratungsgespräche statt." Im Großen und Ganzen sollen junge Familien die Hilfe finden, die sie brauchen. „Viele stehen alleine da", erläutert Weidinger. „Zu uns kommen viele isolierte Frauen, die meisten mit Migrationshintergrund oder sozialen Belastungen wie Arbeitslosigkeit." Ein wichtiger Faktor bei der Arbeit sind dann sicher auch die Familienpatenschaften. Dazu sollen engagierte Ehrenamtliche gewonnen, qualifiziert und begleitet werden, die sich um die Belange, Nöte und Sorgen „ihrer" Familien kümmern.

Am Frühstückstisch ist von Sorgen und Nöten gerade nichts zu spüren. Die Babys strahlen, auf dem Tisch stehen Köstlichkeiten und Dr. Städtler erklärt, wie man die Kleinen an die Zahnbürste gewöhnt. Nur beim genaueren Nachfragen merkt man, dass eben nicht immer alles glatt läuft. Die Mütter sind zwischen 18 und 20 Jahre alt - andere Gleichaltrige haben Abitur, Lehre oder Party im Kopf und nicht Gaumen­massage, Windelwechsel und Verdauungsprobleme. „Meine Freunde wollen gar nicht mit mir über mein Baby reden", meint Anna. „Sogar mein bester Freund winkt bei, Mama-Sachen' ab." Da ist es gut, wenn man sich einmal in der Woche ganz entspannt mit Gleichgesinnten zum Frühstück treffen kann.

Mit freundlicher Genehmigung der Wochenzeitung 'DER SONNTAG'.







DER SONNTAG
8/2009, 22. Feb. 2009

Für Mütter und Kinder aktiv
Erika Nehrkorn und der Sozialdienst Katholischer Frauen (SkF) in Wiesbaden
 

Von Laura Neuhaus
 
Nach ihrem Umzug von Köln nach Wiesbaden 1971 war für Erika Nehrkorn der erste Bezugspunkt die Kirche. „Die war mir immer Heimat." Seit mehr als 30 Jahren ist sie im Sozialdienst Katholischer Frauen in Wiesbaden aktiv.



Der Vorstand des SkF Wiesbaden bei Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Bischöflichen Ordinariat Limburg.Von links: Anita Hesse, Bischof Franz-PeterTebartz-van Elst, Dr. Ingrid Abel, Dorothea Gruß, Erika Nehrkorn, Miryam M. Artschwager. [Reihenfolge korrigiert]; Foto: Knud W. Schmitt.

Bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit in der Gemeinde knüpfte sie die ersten Kontakte zum Sozialdienst Katholischer Frauen (SkF). 1979 kam sie in den Vorstand - der Fachverband der Caritas wird ehren­amtlich geleitet. Die Motivation für ihre freiwillige Arbeit sieht Erika Nehr­korn in ihrem Glauben: „Den christlichen Hintergrund hat man von zu Hause mitgegeben bekommen. Das ist eine bestimmte Mensch­lichkeit."

Der Wiesbadenerin liegt daher das Motto des SkF „Wir lassen Sie nicht allein!" besonders am Herzen. Dieser Satz wurde 1998 vom damaligen Bischof Franz Kamphaus geprägt, der den SkF dabei unter­stützte, schwangeren Frauen zur Seite zu stehen.

Erika Nehrkorn findet, dass auch der Titel der Enzyklika von Benedikt XVI. „Deus caritas est" besonders zu ihrer Arbeit passt. Die Frauen, die beim SkF um Hilfe bitten, haben außer der finanziellen Not vielfältigen seelischen Kummer. Hier sieht Erika Nehrkorn einen Vor­zug der kirchlichen Beratung. „Mit materieller Hilfe bekommt man die Leute her und kann dann auch pastoral mit ihnen arbeiten." Wie selbst­verständlich fügt sie hinzu: „Wir fragen nicht nach dem Taufschein."

Die Kennerin der Paragraphen des Sozialgesetzbuchs bringt ihre Aufgabe ganz einfach auf den Punkt, trotz der Bürokratie, mit der sie täglich zu tun hat: Es geht ihr um „Not sehen und handeln". Zur Zeit aktualisiert die 71-Jährige in Zusammenarbeit mit den sechs Mitar­beiterinnen der Wiesbadener Dienststelle die Statistiken, um zu erfas­sen, was 2008 geleistet wurde. 561 Frauen suchten im vergangenen Jahr die Beratungsstelle des SkF auf. An die Bedürftigen unter ihnen wurden insgesamt 270 000 Euro ausgezahlt. Diese Mittel stammen aus der Bundesstiftung „Mutter und Kind" und dem Bischöflichen Hilfs­fonds für Schwangere in Not.

Die Verteilung dieser Gelder gehört genauso zur Arbeit der Juristin wie die Organisation von Fortbildungsangeboten für die mehr als 50 Ehrenamtlichen, die beim SkF aktiv sind. Außerdem pflegt Erika Nehr­korn die Verbindungen zum Diözesan-Caritasver-band und leitet die Verwaltung.

Anfang Februar traf sich der Vorstand des SkF Wiesbaden mit Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in Limburg. „Der Bischof sagte, wir könnten uns immer an ihn wenden, er habe immer ein offenes Ohr für uns."

Entspannung von ihrer Arbeit sucht Erika Nehrkorn beim Lesen oder beim Wandern mit ihrem Mann. Zudem hat sie noch ein weiteres Ehrenamt, das ihr Spaß macht. Bei der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) schaut sie sich Filme an und stimmt mit sieben anderen Juroren über die Altersfreigabe ab. Dabei geht es Erika Nehrkorn um den Jugendschutz, also auch wieder ums Helfen.

Nach all den Jahren weiß die Wiesbadenerin, dass man eine große Verantwortung auf sich nimmt, wenn man anfängt zu handeln. Eines ist ihr über die Jahre klar geworden: „Man muss lernen, dass man die Welt nur ein bisschen besser machen kann."

Mit freundlicher Genehmigung der Wochenzeitung 'DER SONNTAG'.







Bistum Limburg
16.06.2008

Nachhaltiges Engagement für Frauen und Familien
Sozialdienst katholischer Frauen Wiesbaden gründet Stiftung

LIMBURG / WIESBADEN. - Gute Zwecke vor Ort nachhaltig zu fördern, das ist das Ziel der neuen Treuhandstiftung »Hoffnung und Halt«, die der Sozialdienst katholischerFrauen (SkF) in Wiesbaden als Unterstiftung der Caritasstiftung in der Diözese Limburg gegründet hat. „Mit Ihrer Stiftung können Sie Ihr Engagement für Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien dauerhaft und nachhaltig sichern“, sagte Hanno Heil, Vorstandsvorsitzender der Caritasstiftung in der Diözese Limburg, anlässlich der Vertragsunterzeichnung in Limburg.

„Wenn eine starke Intention, wie unser christlicher Antrieb zur Nächstenliebe, und eine dauerhafte Organisation, wie eine Stiftung, zusammenkommen, werden soziale Hilfen nachhaltig gesichert“, erläuterte Heil. Stiftungen stünden in einer langen christlichen Tradition und seien im Sinne der katholischen Soziallehre unterstützend und ergänzend tätig, sagte der Vorstandsvorsitzende. „Wir freuen uns über die Stiftung »Hoffnung und Halt« auch deshalb, weil durch sie der SkF in Wiesbaden künftig konkret, ortsnah und flexibel auf soziale Problematiken und Bedarf reagieren kann“, betonte Heil. Daher wünschte er der Unterstiftung, deren Grundstockkapital 210.000 Euro beträgt, dass sie erfolgreich Spender und Zustifter für ihr Anliegen gewinnt.

In die Treuhandstiftung »Hoffnung und Halt – Stiftung des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. Wiesbaden“ kann gespendet oder zugestiftet werden: Konto-Nr. 4007555054, BLZ 37060193, Pax-Bank eG Köln, Stichwort: „Hoffnung und Halt“. (ft)

Mit freundlicher Genehmigung des Bistums Limburg.







DER SONNTAG
5/2007, 4. Jan. 2007

Tiefes sittliches Elend
Wiesbadener Sozialdienst katholischer Frauen wird 100 Jahre

 
Von Claudia Mohr
 
Wer in der Satzung des 1907 gegründeten Katholischen Fürsorgevereins liest, stol­pert über Formulierungen, die schmunzeln lassen. Kei­neswegs aber schmälert die Darstellung damaliger Lebens­welten das Interesse im 100. Jahr des Wiesbadener Sozial­dienstes katholischer Frauen.
 
Ganz im Gegenteil. Spannend, ja ermutigend gegenüber den Heraus­forderungen der heutigen Zeit kann die Beschäftigung mit der Entwick­lungsgeschichte eines katholischen Sozialverbandes seit Ende des 19. Jahrhunderts sein. Und wohl nicht zufällig hatte der derzeit verant-wortliche Vorstand des SkF, Erika Nehrkorn, Dr. In­grid Abel und Doro­thea Gruß, für die Vorstellung der Festschrift das Frauen­museum als Ort gewählt, weil es, so die Leiterin des Muse­ums, Beatrix Klein, für Visionen stehe: „Wir zeigen, was war und was sein könnte, auch und gerade im Austausch miteinander."


Nicht nur für eine Historikerin von unersetzbarem Wert sind Zeitzeugen: Hedwig Brüchert (links) im Gespräch mit Gertrud Mainka: Die 79-jährige war hauptamtliche Fürsorgerin (1956 bis 1988) und langjähriges ehrenamt­liches SkF-Vorstandsmitglied. Foto: Claudia Mohr

«Die Folgen der Sünden»

Nein, heute spricht wohl keiner mehr von gefallenen Mädchen oder ist in Sorge, betreuende Ordensschwestern zu finden, de­nen die Ordens­regel oft nicht gestattete, „diejenigen im Haus zu behalten, bei denen die Folgen der Sünde zutage treten."

Festrednerin und Historike­rin Dr. Hedwig Brüchert, vom Vorstand des SkF Wies­baden beauftragt, umfangreiche Re­cherchen vorzunehmen und die Fest­schrift zu verfassen, gelingt es, Verbindungslinien inner­halb dieser Zeit- und Sozialge­schichte - gleichzeitig 100-jährige Ge­schichte von geleisteter sozialer Arbeit von großen Frauenpersön­lich­keiten - darzustellen. Dank der Lebensleistung vieler, die in der Nach­folge und Tradition des Fürsorgevereins tätig waren und sind, richtet sich der Blick oder eigentlich die Bewunderung auf die Frauen der Anfangs­stunde. Was mussten diese wohl an Mut aufbringen, gerade als angesehe­ne Frauen des Bürgertums, sich nicht ausschließlich den Kaffee­kränzchen mit Gleichgestellten zu widmen, vielleicht von Erleb­nissen auf Bällen im neu erbauten Kurhaus zu er­zählen, sondern sich ausgerechnet ehrenamtlich für die Gefährdetenhilfe einzu­setzen?

Wiesbaden entwickelte sich im Wilhelminischen Kaiserreich zur mon­dänen Kur­stadt. Gleich­zeitig trat aber mit dem sehr hohen Bedarf von weiblichem Haus­per­sonal eine übergroße Ge­fährdung der Dienst­mädchen zu Tage; sexuelle Über­griffe, nicht eingehaltene Ehever­sprechen und sogar Zwangsprostitution wegen finanzieller Abhängig­keit brachte viele der sehr jungen Mädchen in eine aus­sichts­lose Lage, „in das tiefste sittliche Elend". „Verschie­dene höchst traurige Vor­komm­nisse" veranlasste daraufhin vier Wiesbadener Frauen, Mit­glieder des katholischen Frauenbundes, zu Plänen und Umsetzung von immer dringlicher werdenden Aufgaben der Fürsorge.

Dass durch das Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches seit 1. Januar 1900 richtungswei­sende rechtliche Möglichkeiten in der Jugend­fürsorge erst möglich wurden - also erst ab diesem Zeit­punkt Frauen Vormundschaften übernehmen konnten und da­mit sich Berufs­möglichkeiten für Frauen in der Wohlfahrtspflege und Fürsorge­er­ziehung eröffneten -, war eine Voraussetzung für die Entwicklung in Wiesbaden und in anderen deutschen Großstädten. Die andere Voraus­setzung ver­knüpft sich mit dem Vorbild, Le­ben und Werk einer großen Frau: Agnes Neu­mann, die während der „Geburtsstunden" in Wiesbaden den Gründungsfrauen beratend und hilfreich zur Seite stand. Mit ihrer weitreichenden Erfahrung legte sie großen Wert auf die Unabhängigkeit der Ortsgruppen von anderen örtlichen Ver­einen, plädierte aber gleichzeitig für ei­ne enge Zusammenarbeit mit der Zen­trale in Dortmund.

Mangelnde kirchliche Unterstützung

Doch die Anfangszeit blieb nicht ohne Schwierigkeiten. Viele büro­kratische Hürden waren zu überwinden. Und freilich blieb den selb­ständig agierenden Frauen, gerade in Kreisen konser­vativer Männer und kirchlicher Würdenträger auch manche Un­terstützung verwehrt. So beklagt sich zum Beispiel die erste Vor­sitzende Mathilde Groß­mann in einem Brief über die „Distanziert-heit des neuen Limburger Bischofs Augustinus Kilian", der nicht wie sein Vorgänger Dominikus Willi dem Fürsorgeverein wohlwollend gestimmt war. Dass es dann noch manch andere Krise, nicht nur mit kirchlich Verantwortlichen, zu überstehen galt, lässt das Lesen der Festschrift zu einer spannen­den Zeitreise werden.

Und heute? Unbestritten wohl, dass ein mögliches Ende des Wirkens des SkF nicht vorstellbar ist. Denn heute sind es Projekte wie „Aktion Moses" und auch „Lichtblick" sowie die aktuelle Erziehungshilfepraxis im Johan­ne sstift, die ver­suchen, auf zahl­reiche Nöte und Probleme unserer Zeit die richtigen Antworten zu finden. Herausragendes der An­fangszeit wird fortgeführt, wenn Menschen, Ehren­amtliche und beruflich Tätige Hand in Hand arbeiten. Wie beim Johannesstift und beim Sozialdienst katholi­scher Frauen in Wiesbaden.
 
Festschrift

Die Festschrift „100 Jahre Johannesstift Wiesbaden, 100 Jahre Sozial­dienst katholischer Frauen" von Hedwig Brüchert mit zwei weiteren Beiträgen von Rose­marie Bürger und Wolfgang Schmidt kann bestellt werden: Sozialdienst katho­lischer Frauen e.V. Wiesbaden, Platter Straße 80,65193 Wiesbaden, Telefon 0611/952870.
 
Warum Johannesstift

Die vier Gründungsfrauen - Grä­fin Julie Matuschka-Greiffenklau, Maria Siegfried, Dorothea von Witzleben und Mathilde Groß­mann - kamen nach ihrem Ent-schluss, einen neuen Verein zu gründen, erstmals wieder am 28. Dezember 1906, dem Tag nach dem Fest des Apostels Johannes, zusammen. Dies gab den Anstoß, die zu gründende Zuflucht Jo­hannesstift zu nennen. (cm)
 
In Dortmund hat es angefangen

Agnes Neumann, geborene Mors­bach, wurde 1854 in Dortmund als älteste Tochter eines leiten­den Arztes geboren. Zunächst studierte sie in Berlin Musik, hei­ratete dann den Gerichtsassessor Adolf Neuhaus. Nach dessen Tod fand sie Zugang zur Fürsorgear­beit, wohl auch aufgrund ihrer tiefen Religiosität. Bereits 1900 gründete sie in Dort­mund den ersten Verein, der sich darum kümmerte, junge Mädchen und Frauen aus der Prostitution zu befreien beziehungs­weise ledige Mütter und Schwangere aufzu­nehmen. Später war Neuhaus Mitglied der Weimarer National­versammlung und Mitglied des Reichstages für die Zentrums­partei. In Wiesbaden wurde die staatlich anerkannte Privat­schule im Johannesstift nach ihr be­nannt, (cm)

Mit freundlicher Genehmigung der Wochenzeitung 'DER SONNTAG'.



Lizenz: CC BY-NC-ND 3.0









































































>

<














































































Stand: 16.10.2018




6f0c1a